Gruppen- und Einzelgespräche

Entsprechend unserem tiefenpsychologisch fundiertem Krankheitsverständnis geht es in den Therapiegesprächen um die Zusammenhänge zwischen der Krankheit, (unbewußten) emotionalen Konflikten und den zwischenmenschlichen Beziehungen. Beachtung können dabei neben den therapeutischen Beziehungen iim Rehabilitationszentrum auch die Partnerschaften oder die Kindheitsentwicklung mit den besonderen Beziehungen zu den Eltern oder anderen Bezugspersonen finden. Die Einzelgespräche fallen in der Regel leichter, wobei die Gruppengespräche ein größeres Wirkspektrum haben.

Verhaltenstherapie und Soziales Kompetenztraining

Hierbei geht es um die Verfügbarkeit und Anwendung von eigenen Verhaltensweisen. Krankheitsfördernde Verhaltensmuster sollen erkannt und durch neu eingeübte Verhaltensweisen ersetzt werden, die ein zufriedenstellenderes Leben ermöglichen. Begünstigt wird die Selbstwahrnehmung teilweise durch Videoaufzeichnungen. Eine besondere Rolle spielen thematisch Verhaltensmuster im Zusammenhang mit dem Konsum des Suchtmittels.

Psychoedukative Therapie

Der abstinente Umgang mit der Sucht verlangt ein größtmögliches Wissen über die Krankheit. Die psychoedukativen Therapiebausteine dienen der Information und dem Wissenszuwachs. Jeder Patient soll auch Spezialist für seine Erkrankung werden.

Ergotherapie

Ausgehend vom individuellen Ausbildungsgrad schulischer und beruflicher Art sowie den persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten werden individuell für den Patienten Arbeitsfelder ausgesucht. Die stufenweise aufbauende Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Leistungsfähigkeit hat die Arbeitsfähigkeit und Wiedereingliederungsfähigkeit im Arbeitsprozess zum Ziel und beginnt im Rahmen der Aufnahmegruppe zunächst im kreativ-gestalterischen Bereich. Später gibt es auch die Einsatzmöglichkeit in der Holz- oder Metallwerkstatt, im Garten oder im Bereich Hauswirtschaft. Neben der Verbesserung der beruflichen Leistungsfähigkeit sehen wir auch den Sinn der Ergotherapie in der Verbesserung der individuellen Möglichkeiten im Umgang mit Freizeit.

Sozialtherapie

In diesem Aufgabenbereich sind vor allem Sozialarbeiter tätig. Therapiebegleitend sind sie dem Patienten bei der Abklärung seiner sozialen Probleme beratend und unterstützend behilflich.

Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren

Das Erlernen von Entspannungstechniken ermöglicht dem Einzelnen eine bessere Regulation von Spannungszuständen. Gleichzeitig verbessert sich die Körperwahrnehmung. Die am meisten angewandte Entspannungsmethode bei uns ist das autogene Training.

Schwimm-, Sport- und Körpertherapie

Schwimm-, Sport- und Körpertherapie

Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Die Ziele der körperorientierten Behandlungen liegen physisch in der Verbesserung der körperlichen Konstitution, der Koordination, der sportmotorischen Fertigkeiten und der Konzentration. Im psychosozialen Bereich liegen ihre Ziele in der realistischen Eigen- und Fremdwahrnehmung, Erhöhen der Frustrationstoleranz, Erlernen von Entspannungstechniken, Verbesserung der Selbstkontrolle, Förderung des Selbstwertgefühls, Steigerung der Therapiemotivation, etc..  

Die Therapie im Wasser wird zu festen Zeiten von unseren Sporttherapeuten in der benachbarten Schwimmhalle durchgeführt.  

Erlebnis- und Freizeittherapie

Erlebnis- und Freizeittherapie

Im Interesse von Erlebnisnähe, Motivation, Herstellung eines günstigen therapeutischen Gruppenklimas werden Unternehmungen mit Gruppen unterschiedlicher Größe durchgeführt, z.B. Angeln, Kanufreizeiten etc. Aktivitäten werden von den Patienten/innen in Abstimmung mit dem Bezugstherapeuten geplant und organisiert. Besonders interessant ist dieses Angebot durch die zahlreichen landschaftlichen Reize der Umgebung und die vielfältigen touristischen Angebote Rostocks und Mecklenburgs.

Medizinische Behandlung

Unsere erfahrenen Fachärzte gewährleisten die medizinische Versorgung. Bei entsprechender Notwendigkeit werden medikamentöse oder physiotherapeutische Behandlungen durchgeführt. Eine Ärztin und eine Krankenschwester unseres Rehabilitationszentrums beherrschen die Akupunktur. Bei besonderen Begleiterkrankungen werden praktizierende Fachärzte der Umgebung hinzu gezogen.

BORA - Berufliche Orientierung in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker

Für die soziale Integration ist es für erwerbsfähige Menschen wichtig eine Arbeitsstelle zu haben. Mitmenschen, die von einer Abhängigkeitserkrankung betroffen sind, erleben manchmal Probleme am Arbeitsplatz. Es kann auch schwer sein, bei bestehender Arbeitslosigkeit eine Arbeit zu finden. Für die Aufrechterhaltung einer stabilen und zufriedenen Abstinenz kann ein guter Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor sein.

 

Die S3 Leitlinien “Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen” der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 2016) empfehlen daher für die Therapie von arbeitslosen Abhängigkeitserkrankten ein Setting, das eine Reintegration ins Arbeitsleben fördert. Es gilt im Rahmen der Therapie für Rehabilitanden mit Arbeit den Arbeitsplatz zu erhalten und bei arbeitslosen Rehabilitanden eine erwerbsbezogene Perspektive zu entwickeln.

 

Dieses wird mit unserem Konzept der beruflichen Orientierung in der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker (BORA) angestrebt. Bausteine in der Ergo- und Arbeitstherapie, der Sozialmedizin und der Suchttherapie wurden daraufhin seit 2016 in unserer Einrichtung modifiziert. Bewerbungstraining, PC Schulungen und interne wie externe Arbeitsversuche stellen einige Bausteine dar.

 

Nähere Informationen finden Sie in unserem BORA Konzept.